Peronnik

Den Alltag zum Sonntag machen

Wir sind alle auf der Wanderung, wie der Knabe Peronnik im bretonischen Märchen

Seelenpflege-bedürftige Kinder und Jugendliche

Die Sammatzer Luft wird in besonderer Weise von unseren 34 Seelenpflege bedürftigen Kindern und Jugendlichen von Peronnik durchweht. Sie haben in sechs vollstationären Wohngruppen, die über das ganze Dorf verteilt sind, ein neues Zuhause gefunden und gehören zum alltäglichen Sammatzer Leben ganz selbstverständlich dazu. Meistens begegnet man ihnen auf dem Hof: sie misten den Pferde- und den Eselstall aus, versorgen die Hühner, streicheln die niedlichen Stall-Katzen oder liefern im ganzen Dorf die hofeigene Milch aus. Oder man trifft sie beim Spaziergang in den umliegenden Wäldern, meist begleitet von Hof- und Therapiehund Timmi, der bei jedem Wetter auf der Matte steht und mit seinem treuherzigen Blick klein und groß herauszulocken vermag …

Teil der Dorfgemeinschaft

Das Versorgen der hofeigenen Tiere und das Miterleben des bäuerliachen Jahreslaufes ist fester Bestandteil des Therapiekonzeptes der Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung. Viele der Peronnik-Kinder sind traumatisiert und haben frühkindliche Bindungsstörungen. Da kann der Kontakt mit Tieren, das Übernehmen von Verantwortung und das Erleben des täglichen Rhythmus, den die Tiere vorleben, heilsam wirken. Einen anderen festen Rahmen bildet die Teilnahme am kulturellen dörflichen Leben. Peronnik-Kinder und Kinder des Dorfes feiern gemeinsam Jahresfeste, sie studieren zusammen ein Schauspiel ein, und die Peronniker bestücken den Sammatzer Weihnachtsmarkt mit vielen schönen Bastelarbeiten. Und im Sommer haben die Kinder und Jugendlichen schon manches Mal das Dorfleben durch den legendären Peronnik-Zirkus bereichert.

Von einander lernen – der Mix macht’s

Angefangen hat Peronnik im Jahr 2000 mit einer kleinen Wohngruppe am Rande des Dorfes. Die ersten Bewohner waren heilpädagogische Kinder, vor allem Autisten. Dann kamen immer mehr schwer vermittelbare Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Störungen dazu, die heute den größeren Teil der Betreuten ausmachen. Das Zusammenwohnen und zum Teil zusammen Betreutwerden der Kinder mit unterschiedlichsten Auffälligkeiten macht das Leben und das Besondere von Peronnik aus. Alle können voneinander lernen, am meisten die Betreuer …

Gemeinsam ist den Kindern und Jugendlichen das Originelle, das Unkonventionelle. Wer von uns „normalen“ Menschen kann schon ein Huhn so perfekt nachmachen, das sich ein Hahn danach umdreht? ….

Gemeinsam auf dem Weg

Sie sind alle auf der Wanderung, auf der Suche, so wie der Märchenheld Peronnik, der der Einrichtung den Namen gegeben hat. Er war, so heißt es zu Beginn des bretonischen Gralsmärchens, einer von den Einfältigen, die nur so herumstehen wie die Kälber, die den Weg zum Stall verloren haben. Am Ende ist es Peronnik, dem gelingt, was hunderte Ritter vor ihm nicht vermocht haben: er nimmt dem Zauberer Rogéar die goldene Schale und die Lanze ab und kann damit seine Heimat, die Bretagne, retten.


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