Interview

Niko hat für diese Website eine Reihe von Volunteers interviewt. Er wollte aber auch einmal mit einer Jugendlichen von Peronnik sprechen. Niko kannte Johanna vom täglichen Leben in Sammatz, auch von der Urlaubsfahrt nach Dänemark.

Nikolas- Hallo! Wir sind hier bei Johanna, und Johanna ist … – wie alt bist du?

Johanna- Fünfzehn.

N- Johanna ist fünfzehn. Sie wohnt hier bei Peronnik, bei P5, ja? Willst du uns etwas über dich sagen?

J- Ich bin Johanna, ich bin 15 Jahre alt, wohne in Sammatz.

N- Woher kommst du?

J-Ich komme aus Lüneburg.

N- Und wie lange bist du schon hier?

J- Viereinhalb Jahre.

N- Lang! Und was machst du?

J- Zur Schule gehen. Lesen, baden …

N- Was macht dir am meisten Spaß?

J- Lesen.

N- Was?

J- Sophienlust. Romane … (zeigt ein Romanheftchen)

N- OK … die habe ich schon bei REWE gesehen. Warum interessiert dich das?

J- Weil ich es spannend finde, interessant.

N- Warum?

J- Man kann etwas davon lernen. Man kann die Schicksale der anderen Leute lesen, und wie sie damit klarkommen.

N- Was willst du mal machen, wenn du älter bist?

J- Irgendwas mit Kindern, am Liebsten mit behinderten Kindern.

N- Also eigentlich so etwas wie Peronnik?

J- Nein, mit schwerbehinderten Kindern.

N- Ah, so etwas wie Pflege. Das ist toll, edel.

J- Aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe.

N- Ach, einfach lernen!

J- Naja. Also auf jeden Fall etwas mit Kindern.

N- Also musst du viel lernen.

J- Das weiß ich.

N- Aber das wird schon klappen, denn du bist ja jetzt schon eifrig dabei zu lernen, wenn du diese ganzen Hefte liest.

J- Ich kuck mir ja auch Erste Hilfe-Kurse im Internet an.

N- Ich bin ausgebildet in Erster Hilfe, also wenn du etwas lernen willst …
Wenn du mal groß bist und mit Kindern arbeiten willst, darfst du mit denen aber nicht rumschreien – da musst du geduldig sein und nett!

J- Das weiß ich. (Lacht)

N- Aha, dann wirst du also nur jetzt schnell wütend.

J- (Kichert) Naja, je nach Laune. Aber eigentlich bin ich mit Kleineren immer geduldiger als mit Erwachsenen, die mich gerade stressen.

N- Ah, wahrscheinlich, weil man die Kinder leichter beißen kann!

J- Neiiin! — Eigentlich bin ich auch immer nett zu kleineren Kindern.

N- Du bist eigentlich zu allen Menschen ziemlich nett. Das sehe ich. Also meistens, außer wenn du versuchst sie zu beißen. (Lacht)

Also ich finde dich jedenfalls sehr nett. Du setzt dich für das Gute ein. Man sieht das schon, du bist fleißig, klug und meistens auch freundlich. Und ich finde, das ist viel wert, denn in deinem Alter ist das bei Jugendlichen oft gar nicht so leicht zu sehen.
Und wenn du zu Menschen freundlich bist, ist das wirklich eine liebevolle Geste, nicht nur was Äußerliches, weil man nett sein soll.

J- So, wie’s grade kommt.

N- OK, keine Komplimente mehr, mehr verträgst du nicht. (Lacht)
Eben ein Teenager.

J- Das war auch schon vorher so.

N- Ah. Weißt du, 90% der Menschen haben dieses Problem. Niemand kann mit Komplimenten umgehen.

J- Das stimmt.

N- Ach das weißt du auch schon? — Wofür interessierst du dich am Meisten, wenn du die Menschen so studierst, so Erwachsene?

J- Für das Weinen. Für die Schwächen der Menschen.

N- Oh, gefährlich. Was würdest du denn sagen, was meine Schwäche ist? Dann sag ich dir, was meiner Meinung nach deine ist.

(Überlegt – Pause)

Oder was ist Hans-Michels Schwäche? Vielleicht Kontrolle, Organisation?

J- Wenn er sich nicht akzeptiert fühlt.

N- Oh! (Applaudiert, alle lachen)

OK, und Niko?

J- Weiß ich nicht.

N- Und willst du wissen, was ich denke, was deine Schwäche ist?

(Nickt)

Das wird jetzt sehr philosophisch und langweilig und öde klingen, aber wenn du richtig sauer bist, dann fehlt dir was … hilf mir mal. Ich weiß nicht weiter … Ich weiß eigentlich auch nicht, was deine Schwäche ist.

J- Wer Schwäche zeigt, ist stark.

N- Wow. Ich bin richtig beeindruckt, wir kommen jetzt doch an einen spannenden Punkt, ich weiß schon gar nicht mehr, was ich noch fragen soll. — Vielleicht ist da ja auch schon ein guter Schlusssatz für das Interview?
Du wirst auf jeden Fall eine tolle Zukunft haben. Und geh’ nicht in Knast, das tut nicht gut!

Kannst du noch eine Sache sagen, die dir an Sammatz oder an Peronnik gefällt, wegen der du gern hier bist?

J- Die Gemeinschaft. Alle sind so ein bisschen zusammen. Nicht jeder wohnt allein, so in seiner Familie und der Rest gehört nicht dazu. Es leben alle miteinander und nicht nebeneinander.

N- Wow. Also ich glaube, das ist das beste Interview, das ich bisher gemacht habe.

(Alle lachen)

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