Interviews


Daniel Casadio (Australien, Juli, 2018)
Nikolas- Hi, ich sitze hier mit Daniel. Wir machen ein Interview für die Sammatzer Website. Wir möchten gerne ein paar freiwillige Helfer vorstellen. Hier ist Daniel. Er ist aus Australien. Er ist … 18?
Daniel- 20
N- Du siehst aus wie 18 … Wo ist deine Butterbrotdose? Wir sind gerade draußen, es ist ein wunderschöner Tag, ein bisschen wolkig, doch … Wie geht es dir heute Daniel?
D- Mit geht es gut, Mann, mir geht es gut. Habe gerade meinen Vormittag im Garten verbracht, habe „scheißviel“ gegessen. Und so geht es mir ganz gut.
N- Wie auch immer, wir sitzen hier, um ein bisschen über Sammatz zu reden. Darf ich dich bitten, nicht so unanständige Wörter zu benutzen? Erzähl mir ein bisschen von dir, aus deinem bisherigen Leben …
D- Ok. Ich wurde in Australien geboren und habe dort die meiste Zeit meines Lebens verbracht. … Aber ich habe auch für zwei Jahre in Italien gelebt. Im Alter von 10 bis 12 habe ich in Italien gelebt, und so kam ich auch an meinen italienischen Pass. Das hat auch meine Reiselust und Ambition entzündet. Und als ich die Schule in Australien beendet hatte, habe ich so ziemlich sofort mein erstes One-Way-Ticket gekauft. … Und nun reise ich schon seit einiger Zeit.
N- Seit wann reist du denn?
D- Insgesamt? Seit 18 Monaten. Aber ich habe auch immer versucht, wieder nach Hause zu fahren, einige Zeit mit der Familie zu verbringen, etwas Geld zu verdienen und dann wieder los zu fahren.
N- Wie hast du Sammatz gefunden?
D- Durch Workaway. Lustig ist, dass mich Deutschland ursprünglich gar nicht gereizt hat. Überhaupt nicht.
N- Mich auch nicht. Ich dachte, Deutschland ist ziemlich langweilig.
D- Die Aussicht, hierher zu kommen hat mich nicht wirklich gereizt, und ich habe meine Anfrage daher nur halbherzig gestartet. Ich war nicht richtig begeistert. Es ist lustig, dass dies der Platz geworden ist, an dem ich die meiste Zeit verbracht habe. Obwohl ich ja anfangs überhaupt nicht hierher kommen wollte.
N- Es ist sehr angenehm hier, nicht wahr?
D- Ja, Mann, es ist ein cooler Ort.
N- Was findest du hier am besten?
D- Was ich am besten finde? … Ich denke, ich mag besonders die Einfachheit und die Kreativität, die hier zusammenkommen. Gewissermaßen ist ein einfaches Leben cool, du hast hier deine Stunden, du tust, was du tun musst, du machst es gerne, und dann hast du Zeit mit den anderen freiwilligen Helfern, mit den anderen Sammatzern. Du weißt, was du tun musst und es macht Spaß, aber … es ist ganz simpel. Es ist nichts Komplexes. Es ist nicht kompliziert oder irgendetwas. Aber es ist auch kreativ, weil hier so viel passiert. … Wenn du eine Idee hast, kannst du sie verfolgen und dann kann deine Idee Wirklichkeit werden. Es ist wirklich cool von denen, dass sie das anerkennen. Und dann musst du daran arbeiten
N- Ich glaube, einer der Gründe, warum ich Lust hatte, mit dir eine Weile zu reden, ist, dass ich glaube, dass du so lebensbejahend und optimistisch bist. Und ich glaube, das kann man auch an dem Film sehen, den du für die Website gemacht hast. Ich glaube, es war wirklich nett. Es hat Spaß gemacht, ihn anzuschauen, und es war nett, dich dafür begeistern zu können. Ich habe mich beim Anschauen gut amüsiert.
D- Danke, Mann!
N- So, was kommt bei dir als nächstes? Nach Sammatz, falls du den Ort jemals verlässt … Verstehst du?
D- Wenn ich ihn jemals verlasse? Yeah, als nächstes kommt, denke ich, Italien. Ich werde meine Schwester besuchen, wenn sie in Italien ist.
N- Wo in Italien?
D- In der Nähe von Rom. Und dann, danach … Vielleicht ein Workaway in Frankreich, um bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein. Ich möchte gerne dort sein, wenn die Weltmeisterschaft losgeht. Und danach … mein Freund will in Kanada heiraten. Dann möchte ich mit ein paar Kumpels durch Kanada reisen. Und dann vielleicht von Kanada aus nach Argentinien reisen.
N- Argentinien, wirklich?
D- Vielleicht ja. Das Interessante ist, dass ich diese Ideen von Leuten bekomme, die hier sind. Leute, die sich mit mir unterhalten, Leute, die sagen: Du musst mehr über El Camino de Santiago kennenlernen, du musst lernen, wie man mit einem erschwinglicheren Etat reist.“ Leute, die das gemacht haben und bei denen es gut geklappt hat. Das kann man von den vielen freiwilligen Helfern aus aller Welt lernen, weißt du? Das ist wirklich cool. Natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten und all das … doch so … so ist das eben oder?
N- Nein, so kann’s nicht sein. Kannst du mir sagen, was deine Lieblingsdinge in Sammatz sind und dein Lieblingsplatz? Es ist ein kleiner Ort, aber zugleich eine große Stadt. Und du kannst eine Lieblingsstelle haben.
D- Mein Lieblingsort? Oh … Wo immer ein Basketball-Korb ist. Oder das Volleyball-Feld.
N- Ok. Drei Lieblingsdinge?
D- Die Helfer aus aller Welt. Das Gefühl, wenn sie sagen, jetzt ist die Arbeit zu Ende und dann freust du dich, dir beim Essen den Bauch vollzuschlagen. Und Punkt drei ist, glaube ich, das Wochenende, wenn wir freiwilligen Helfer für einige Zeit irgendwo hingehen, außerhalb von Sammatz. Unter der Woche reden wir meist nur über die Arbeit, während wir arbeiten. Aber es ist wirklich schön, wenn wir ein bisschen wegfahren können. Und dann können wir mal nur unter uns Helfern sein und uns ein bisschen besser kennenlernen. Regelmäßig, verstehst du?
N- Nun gut. Ich hoffe, ich sehe dich unterwegs wieder. Nun hast du all diesen netten Frauen erzählt, wo du hinfahren wirst, du hast all deine Pläne offenbart. Pass auf dich auf! Verabschiede dich von all den netten Leuten.
D- Ja, Mann, es ist ein cooler Ort.
N- Was findest du hier am besten?
D- Vielen Dank, dass du mich interviewt hast! Komm nach Sammatz! Hier lohnt es sich zu leben.

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Frederik, alias: zukünftiger Kronprinz von Dänemark (Juli, 2018)
Niko- Ok, du kannst nun anfangen und mir deinen Namen sagen, woher du kommst, wie groß du bist …
Frederik- Gut, mein Name ist Frederik und ich bin 1.86m groß und ich bin wirklich hübsch und gutaussehend. … Und ich bin 22 Jahre alt. … Ja … – Willst du das auf der Website veröffentlichen?
N- Klar, es wird genauso veröffentlicht … unzensiert.
F- Oh Sh… O
N- Du bist in Sammatz. … Wieviele Male bist du schon hier gewesen?
F- Nur (gerade) viermal.
N- So diesmal ist es das vierte Mal? Wodurch bist du hergekommen?
F- Das erste Mal bin ich hierher gekommen, weil ein Freund mir geraten hat, nach Sammatz zu kommen. Sammatz wäre ein sehr netter Ort.
N- Wer war dieser Freund?
F- Rosa
N- Aha! Rosa La Maravillosa!
F- Ja, und dann fand ich, das ist eine gute Idee, und so bin ich her gekommen. Ich hatte eine wirklich langweilige erste Woche …
N- … Tulpen pflanzen?
F- Ja, Tulpen(zwiebeln) pflanzen. … und ich fühlte mich etwas einsam unter diesen vielen Menschen. Aber nach einer Woche hatte ich mich dann eingelebt, und ich hatte das Gefühl, das hier ist ein guter Ort, um neue Leute kennenzulernen. Leute, die in der gleichen Lebenslage sind wie ich, Leute die gebildet sind und studieren, aber auch Leute, die sehr offen sind. Leute, die ein bisschen so sind wie ich … Sie wollen sich einfach so ein bisschen vom Wind treiben lassen und schauen, wo das Leben sie so hinführt. Und mich weht der Wind immer wieder zurück nach Sammatz. Ich plane immer, wann ich wieder nach Sammatz fahren kann, obwohl ich eigentlich nicht geplant hatte, so oft hierher zu kommen, aber naja …
N- Und wann war das erste Mal, als du hierher kamst?
F- Das erste Mal kam ich am 13. November (2017)
N- Wirklich? Ich kam am 28. November an.
F- Yeah. Da kamst du.
N- Was denkst du ist dein Lieblingsplatz hier? Offensichtlich hattest du die Möglichkeit, viele verschiedene Jobs zu machen, du hast auch ein bisschen gemolken, du hast …
F- Ja, ich habe ein bisschen gemolken, auch ein bisschen im Garten geholfen, aber meistens war ich auf der Baustelle. Aber ich glaube, die Momente, die ich am schönsten fand, waren die im Essraum. … Du kannst einfach in den Essraum gehen und ein Gespräch anfangen. … Oder einfach zuhören, was für einen Tag die anderen gehabt haben, ob sie gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben und das alles teilen.
N- Das ist sehr bereichernd.
F- Ja, das ist sehr bereichernd. Und das gibt wirklich viel Kraft, unter so vielen Menschen zu sein. … Aber manchmal kann es auch zu viel werden und dann ist es gut, dass man immer auch mal weggehen und einen Spaziergang im Wald machen kann. …Und einen Raum findet, wo man ganz für sich sein kann.
N- Ja, es ist schön, die umliegende Gegend zu erkunden. Es ist ein gutes Mittel, um deinen Kopf klar zu kriegen. Gibt es etwas, was du jemandem sagen möchtest, der überlegt, hierher zu kommen?
F- Ja, ich denke, ich würde ihm raten, einfach offen zu sein und sich auf Begegnungen mit vielen netten Leute einzulassen. Und … tue es einfach! Mach etwas anderes als das, was du sonst gewohnt bist. Verlass deine Komfortzone!
N- Vielen Dank, dass ich dich interviewen durfte.
Das war Frederik. Der Kronprinz. Ein schöner Mann. Wenn du hierher kommen möchtest, um ihn zu treffen, komm bald! Oder du vertust deine Chance, ihn hier zu treffen … für dieses Mal!

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Hamish Gavin (Neuseeland, Juli, 2018)
So ich werde jetzt eine kleine Einführung machen. Yeah. Dies ist Hamish aus Neuseeland. Er ist 28 und er ist normalerweise ein etwas mürrischer Typ, aber heute …. heute ist er guter Dinge. So, da wollen wir mal diese Chance nutzen und mit ihm reden, solange die gute Stimmung anhält.
Nikolas- Hi, wie geht es dir?
Hamish- Hi. Mir geht es gerade gut. Ja, mir geht es gut. Ich glaube, du hast mich ganz gut eingeführt. … Aber du hast meine Persönlichkeit nicht ganz gut charakterisiert, weil ich versuche, dass Leute, die mich zum ersten Mal treffen, mir das Mürrische nicht gleich anmerken.
N- Nein, sie merken dir bestimmt an, dass du Autos kaputt fährst … Hamish ist sehr musikalisch und er hat auch Film studiert in Neuseeland.
H- Richtig, Neuseeland.
N- Da hast du Film studiert?
H- Ich bin aus Neuseeland und bin dort auch zur Schule gegangen.
N- Und wie bist du zum Film gekommen, wenn ich mal fragen darf?
H- Hm, das ist so eine Leidenschaft, die ich schon als Kind hatte. Ich habe herausgefunden, was ein Regisseur ist, nachdem ich die erste Episode von Star Wars (die dunkle Bedrohung) gesehen hatte und …
N- Im Ernst?
H- Ich fand es heraus. Ja, ich war um die neun Jahre alt. Ich hatte (the bug) und überflog es. George Lucas sah beeindruckend aus, und ich war sehr angetan. Wer liebt nicht Filme als Jugendlicher und dann versuchst du eine Karriere ….nun ich werde ein Filmregisseur. Dann gehst du an die Uni und landest schließlich beim Schreiben von Essays über Filme, vier Jahre lang. Das macht wirklich Spaß.
N- Es ist etwas Künstlerisches, wenn du ein Regisseur bist und du bist auch dein eigener Chef. So kann deine Familie nicht immer bei dir anklopfen.
H- Ja, es ist gerade richtig cool.
N- Gefällt es dir, in Sammatz zu sein?
Ja, ich bin nun seit zwölfeinhalb Monaten hier. Zwölfeinhalb Monate …
N- Aber nicht durchgehend?
H- Nein, nicht durchgehend. Ich war fünf Monate hier. Zwei Monate war ich dann wieder zuhause und dann ging ich wieder nach Deutschland. Ich blieb wieder für fünf Monate, bis mein Visum abgelaufen war. Ich verließ Deutschland und kam dann als Tourist wieder; das ist etwas, was ein Neuseeländer tun kann. Ich finde, es ist ein Privileg und eine Ehre, so lange Zeit in Deutschland verbringen zu dürfen.
N- Sie lassen euch Jungs hier als Touristen rein?

… er sagt das Wort Touristen mit einem Kiwi-Akzent – Terroristen, Touristen, Terroristen …
H- Nein, natürlich keine Terroristen.
N- Aber, sogar wenn du neben mir arbeitest, ist mein Akzent schwer zu verstehen.
H- Ich will versuchen, so deutlich wie möglich zu sprechen. Ja, es ist ein toller Ort hier. Insgesamt war es eine fantastische Gelegenheit, hier den Sommer verbringen zu dürfen.
N- Okay. Stop. Mach gerade hier Halt. Du brauchst keine Werbung zu machen.
H- Ich dachte, das ist es gerade, was wir machen. Wir werben für Sammatz.
N- Aber wir machen dafür keinen Werbespot. Ich denke, du bist ein super interessanter Mensch. … Und eines von den Dingen, die mir so an dir gefällt, Hamish, ist, dass du in 90% der Fälle – ich sage nicht 100%, um dich nicht zu sehr aufzupumpen – in 90% der Fälle etwas Interessantes zu sagen hast oder dass du über etwas Interessantes liest und das ist glaube ich erfrischend, weil viele Leute hier etwas jünger sind nicht die gleichen Interessen haben, weißt du?
H- Hm, sie kennen die Welt noch nicht …
N- In gewissem Sinne. Ja, immer wenn ich mir eine präzise Meinung über etwas bilden möchte, komme ich zu dir.
Nun, nein, es ist ziemlich intellektuell. Und wenn es nicht intellektuell ist, weiß ich, dass immer ein gewisses Maß an Grips in dem liegt, was du sagst, sogar wenn es ganz aus dem Moment heraus gesagt ist.
N- Ich glaube, es ist wirklich belebend. Also, was hast du heute gemacht? Was hast du gelesen? Was hast du in den letzten 24 Stunden gelernt?
H- Ich habe eine Dokumentation über Bosnien gesehen. Es ging um den Genozid an den bosnischen Muslimen, den die serbische Armee im Jahr 1995 verübt hat. Aber in der Dokumentation wurde diskutiert, ob es ein Völkermord war, und die Schuld wurde den Moslems in die Schuhe geschoben. Nachdem
etwas geforscht habe, denke ich, dass die Dokumentation etwas zu einseitig ist, aber es ist schwer, die Wahrheit herauszufinden. Dann habe ich letzte Nacht auch noch mit ein paar Leuten Musik gemacht.
N- Wie die Volkstanz-Musik?
H- Ja, es war vor allem Folkmusik. Ja, es war nett. Es hat viel Spaß gemacht. Es ist lustig. Wenn Hans-Michel vorbeigeht, pfeift er solche Folksongs, die beim Tanzen gespielt werden und die bleiben dann in meinem Kopf hängen. Das passiert ganz unterbewusst.
N- Gehst du freitags zum Volkstanz?
H- Manchmal. Ja. Ich bin ein paar Mal hingegangen. … Ich muss den Workies davon erzählen. Manchmal haben wir diesen Volkstanz (jeden Freitag …) und das ist eine tolle Zeit. Wir spielen (die Band) ein paar unterschiedliche Lieder, und wir machen einen großen Kreis. Dann tanzen wir zu den Liedern. Es macht richtig viel Spaß.
N- Wie oft bist du hingegangen?
H- Aktuell ist es das dritte Mal gewesen.
N- Dreimal. Warum kommst du immer wieder nach Sammatz, Hamish?
H- Ich komme wegen der Menschen wieder, die ich hier kennengelernt habe.
N- Lügst du gerade?
H- Nein. Das ist keine Lüge. Sammatz wird für mich gerade zu einem Zuhause in Europa. Vor ein paar Wochen war ich in Bosnien. Ich fühlte mich dort ganz verloren. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hingehen sollte, und es war beruhigend und tröstlich für mich, dass ich in Sammatz ein zweites Zuhause habe und dass ich dort immer wieder hinkommen kann. Deswegen, weil ich Neuseeländer bin, und ich würde mich ohne Freunde und ohne eine Rückfahrkarte nachhause in Europa ganz verloren fühlen.
N- Du hast genau einen Freund gefunden.
H- Und nun habe ich einen Freund, Niko, der Mensch, der dieses Interview macht, und ich weiß, wo ich ihn finden kann, in Sammatz. Und das ist es, was ich sagen wollte, es ist einzigartig, so ein Zuhause zu haben.
N- Ja, das ist geil.
H- Ja.
N- Gibt es irgendetwas, was du zum Schluss sagen möchtest? Irgendetwas, was du jemandem sagen möchtest, der vielleicht hierher kommen will?
H- Nun, wenn du darüber nachdenkst, hierher zu kommen, plane als Minimum drei Wochen in Deutschland ein. Schreib eine Mail zum Michaelshof, nenn deine Stärken und Schwächen und schreib, was du gerne tun würdest. Wenn du eine positive Antwort erhälst, sag zu. Du musst bedenken, dass nicht jeder akzeptiert wird. Wenn du also die Chance hast, solltest du sie beim Schopf packen.
N- Ja, das stimmt. Hier gibt es wenig Wohnraum und sehr viele Leute.
H- Sicher, hier gibt es sehr viele Leute, 60 oder 70, aber darüberhinaus noch viele Menschen, die sich über Workaway bewerben. Für mich war es das beste Workaway, das ich besucht habe. Ich würde auch sagen, dass jemand, der hierher kommen will, mindestens drei Wochen lang kommen sollte. Wenn du kürzer hier bist, kannst du nicht die Erfahrungen machen, die du sonst machen könntest. Du lernst die Menschen nicht so gut kennen, wie wenn du länger hier bist, ein Monat oder zwei Monate wäre sogar noch besser. Du nimmst die Kultur ein bisschen auf …
N- Ja, das sehe ich auch so. In der ersten oder zweiten Woche kommst du hier an. Du beginnst, Freunde zu finden und mit ihnen Zeit zu verbringen und das ist wirklich schwierig, wenn du nur ein oder zwei Wochen hier bist.
H- Ja, dann ist es schwierig. Du lernst die Leute anders kennen, wenn du in einem Workaway zwei Wochen lang bleibst oder einen Monat. Ja. Und die Sache ist die, dass wir gerne jeden aufnehmen würden, aber wir können es nicht, weil wir so viele Bewerbungen haben und das ist manchmal etwas hart. Einige sehr überraschende Dinge sind passiert, weil ich hier schon ein Jahr bin. Ich habe letzten Sommer, letzten August Leute kennengelernt und ihnen Tschüs gesagt. Ich dachte, ich würde sie nie wiedersehen. Und dann habe ich sie im Sommer hier wieder getroffen und das war sogar noch magischer als das Jahr davor. Das ist eines der Dinge, die wirklich schön waren.
N- Jedenfalls, das war, das war Hamish. Er ist aus Neuseeland und ähm, wir lieben Hamish, obwohl er nicht aufhört, Autos kaputt zu fahren.
H- Um fair zu sein, ich bin sechs Monate lang ganz erfolgreich Auto gefahren.
N- Nicht so erfolgreich wie jemand, der Autos nicht kaputt fährt.
H- Es war ein unglücklicher Fehler, aber während dieses Interviews sind weder Autos noch Menschen zu Schaden gekommen. Wir saßen nicht in einem Auto und ich bin während des Interviews nicht gefahren. Wir haben nur im Garten gesessen.

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Luca “Lucy” Fortany (Ungarn, August 2018)
Nikulas- Lucy, wie geht’s?
Lucy- Hallo, danke gut!
N- Erzähl mir was von deinen Erlebnissen. Wie lang warst du hier?
L- Ja, ich war für einen Monat hier. Und ich fahre am Donnerstag. Es ist also mein letzter Tag.
N- Wirst du den Ort vermissen?
L- Ich werde mein Gefühl hier vermissen. Vielleicht nicht direkt die Umgebung, aber diese Atmosphäre.
N- Du wirkst übrigens ganz anders als bei deiner Ankunft. Du warst richtig schüchtern!
L- Ich kannte ja keinen. Um mich rum waren 100 Fremde! Es war richtig schwer einen ersten Menschen zu finden, zu dem ich einen Bezug finde und mit dem es ein bisschen tiefer geht, weil die meisten Unterhaltungen gleich anfangen.
N- Stimmt, wenn man neu ist, hat man meistens dasselbe Gespräch mehrere Male hintereinander.
L- Ja, und das nicht nicht wirklich die Gespräche und die Beziehungen, die ich suche. Das ist nur oberflächlich und es ist gar nicht so leicht auf eine tiefere Ebene zu kommen. Ich glaube, für mich war es ziemlich wichtig, nur einen oder zwei Menschen in meiner Nähe zu finden, mit denen ich reden kann. Damit habe ich mich einfach sicher gefühlt. Und dann, nachdem ich die gefunden hatte, konnte ich mehr aufmachen und leicht mit anderen in Beziehung kommen, weil ich wusste, dass ich meinen Platz gefunden hatte, und mehr loslassen konnte. Dafür brauchte ich zwei Wochen, fast die Hälfte meines Aufenthalts hier.
N- Ja, ich habe gerade mit Hamish darüber geredet. Er hat gesagt, wenn man hier sein möchte ist alles über drei Wochen am besten, weil man in der ersten Woche gerade mal den Ort kennenlernt und noch nicht richtig die Menschen. In der zweiten Woche kommt man so ein bisschen an. Du lässt los, weil der der Ort eine Art Zuhause wird, wo man Freunde hat, abhängen kann und arbeiten, und man verliert viel von der Schüchternheit, mit der die meisten Menschen ankommen. Manche brauchen allerdings auch ein bisschen länger, um sich zu öffnen. Das kann ja schon auch ziemlich schwer sein, besonders wenn es so viele Menschen sind wie bei uns. Es ist schon heftig, dass man fast alle Menschen kennenlernen muss. Weißt du, im Winter wird es echt interessant hier. Zumindest letzten Winter gab es mal eine Zeit, da hatten wir nur 14 Leute. Da verbindet man sich auf jeden Fall anders mit den Menschen..
N- Was hast du weiter vor?
L- Ich fahre nach Hause, werde ein paar Tage mit meiner Schwester verbringen und dann studiere ich weiter. Ich freu mich drauf. Ich fühle mich motiviert weiter zu machen. Damit ich Lehrerin werden kann. Ich werde Waldorfpädagogik studieren. Ich hoffe, dass ich ein bisschen von der Stärke und der Kraft oder Motivation, die ich hier bekommen habe, mitnehmen kann, weil ich nicht wirklich erwarten kann, dass ich zu Hause so sein werde wie hier. Ich fühle mich jetzt ganz anders.
N- Ich glaube, so geht es den meisten Leuten, deshalb haben wir so viele Menschen, die wiederkommen … auf eine Art ist es leichter hierher zu kommen als wieder zu gehen. Die meisten Menschen, die herkommen, haben gute Erlebnisse. Ein Riesenanteil der Menschen kommt letztendlich wieder, weil es so gut war hier zu sein. Ich höre auch manchmal, dass es hier nicht wirklich so ist wie in der echten Welt, weißt du, so mit Anführungszeichen gesagt. Aber in Wirklichkeit ist dieser Ort genauso Teil der echten Welt wie irgend ein anderer, auch wenn die Lebensart anders ist. Unter anderem deshalb mag ich es hier so. Ich könnte hier nicht für immer leben, ich ich mag es wirklich sehr gern, es ist für mich wirklich ein Ort der Erholung, den man besucht um hier zu sein, Freunde zu finden und dann geht man erfrischt hinaus in die echte Welt und kriegt eine aufs Maul, und dann kommt man wieder …

N- Lucy, Danke, dass ich dich interviewen durfte. Ich glaub du kommst wieder, weil die Menschen eben wiederkommen. Das passiert einfach. Gibt es was, was du jemandem sagen würdest, der vielleicht überlegt, herzukommen? Hättest du ihm oder ihr was zu sagen, Tips?
L- Ja, vielleicht, dass es reicht, Shorts und eine Jeans mitzubringen … das wird genügen.
N- Nein, ich habe gerade gemerkt, dass ich nur eine habe. Ich hatte mir große Sorgen gemacht, als ich mit so wenig Kleidern hier ankam. Es hängt einfach davon ab, wie lange man bleibt.

Und damit das alle wissen: Wir haben die sogenannte Magic Box. Wenn Menschen zu viele Kleider mitbringen und keine Lust mehr auf sie haben, stopfen sie sie einfach in die Magic Box. Deshalb kann jemand, der mit zu wenig Kleidern ankommt, welcher aus der Magic Box haben. Naja, du wirst nicht die perfekten Jeans finden, aber irgendetwas findest du schon, das ist immer nett. Und eine kleine Überraschung!

Danke, mach’s gut!

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